VNL - Statement zum ‚Deutschen Schulbarometer Schüler:innen 25/26‘

VNL - Statement zum ‚Deutschen Schulbarometer Schüler:innen 25/26‘

Die Ergebnisse des heute vorgestellten ‚Deutschen Schulbarometers Schüler:innen 25/26‘ kommentiert Torsten Neumann, Vorsitzender des VNL – Verband Niedersächsischer Lehrkräfte, wie folgt:

„Die aktuellen Ergebnisse des neuen Schulbarometers zeigen eine alarmierende Entwicklung: Rund ein Viertel der Kinder und Jugendlichen weist psychische Auffälligkeiten auf, ebenso viele berichten von einer geringen Lebensqualität. Gleichzeitig erleben etwa 30 % der Schüler regelmäßig Mobbing.

Die Ergebnisse machen deutlich: Die Probleme liegen nicht primär bei den Schülerinnen und Schülern, sondern in den strukturellen Rahmenbedingungen von Schule. Lehrkräfte arbeiten seit Jahren am Limit. Gleichzeitig steigen die Anforderungen kontinuierlich durch eine zunehmende Heterogenität und steigenden Förderbedarf der Schülerinnen und Schüler bei wachsenden sozialen Problemlagen und mehr Aufgaben außerhalb des Unterrichts. Dem stehen zu große Klassen, fehlendes Personal sowie unzureichende Unterstützungsstrukturen gegenüber. Unser System ist strukturell überlastet.

Der VNL fordert daher den verbindlichen Ausbau multiprofessioneller Teams. Schulsozialarbeit, Schulpsychologie und Förderkräfte müssen flächendeckend und dauerhaft etabliert werden. Ferner ist die spürbare Entlastung der Lehrkräfte dringendst von Nöten. Dazu gehören die Reduktion nicht-pädagogischer Aufgaben, kleinere Klassen und mehr Zeit für Beziehungsarbeit und individuelle Förderung. Eine gezielte Unterstützung benachteiligter Schülerinnen und Schüler ist unerlässlich. Es bedarf einer stärkeren Förderung von Kindern aus sozial belasteten Familien sowie eine enge Verzahnung von Schule und Jugendhilfe.

Wir brauchen eine realistische Schulentwicklung statt politischer Symbolpolitik. Unseren Schulen dürfen keine weiteren Aufgaben ohne zusätzliche Ressourcen aufgetragen werden. Es bedarf einer Priorisierung von Basiskompetenzen und stabiler Lernumgebungen. Das neue Schulbarometer zeigt keine neue Entwicklung auf, es bestätigt, was Schulen seit Jahren erleben. Deshalb muss auch Niedersachsen jetzt handeln: Mehr Personal, klare Strukturen und echte Entlastung. Alles andere bleibt Symbolpolitik.“

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